Der im Rahmen des Jugend- und Kulturvereins Frankfurt e. V. organisierte Malkurs begann am 2. Oktober und fand über einen Zeitraum von drei Monaten hinweg jeden Donnerstag mit mehr als zehn Teilnehmenden statt. Ausgehend von grundlegenden Zeichenübungen ermöglichte der Kurs den Teilnehmenden, im Laufe der Zeit ihre eigene künstlerische Ausdrucksweise zu entwickeln. Der Bildungsansatz beschränkte sich dabei nicht auf die Vermittlung technischer Fertigkeiten, sondern verfolgte ein ganzheitliches Konzept, das Kreativität, ästhetische Sensibilität und kritisches Denken förderte.
Im Kurs wurden unter anderem das Schulung der Beobachtungsfähigkeit, grundlegende Zeichenübungen, Farbenlehre, Komposition sowie Techniken der Leinwand- und Ölmalerei behandelt. Die wöchentlichen Treffen boten den Teilnehmenden einen Raum, um Abstand vom stressigen Alltag zu gewinnen und sich auf künstlerische Betätigung zu konzentrieren. Gleichzeitig stärkten sie die Praxis des kollektiven Arbeitens. Das gemeinsame Produzieren schuf einen wichtigen Erfahrungsraum, der Verantwortungsbewusstsein und solidarisches Miteinander förderte.
Während des gesamten Kursverlaufs wurde Kunst nicht nur als ästhetische Ausdrucksform verstanden, sondern als ein Prozess, der mit Arbeit, gesellschaftlichem Kontext und politischem Bewusstsein verbunden ist. Die Teilnehmenden entwickelten dabei nicht nur ihre individuellen Fähigkeiten weiter, sondern erfuhren auch die ermächtigende Kraft kollektiver Produktion.
Die entstandenen Arbeiten werden am 29. März im Rahmen des Festes zum 8. März, dem Internationalen Frauentag, der vom Migrantinnenbund Frankfurt organisiert wird, der Öffentlichkeit präsentiert. Diese Präsentation macht nicht nur die individuellen Werke sichtbar, sondern unterstreicht zugleich den gesellschaftlichen und ästhetischen Wert kollektiver künstlerischer Arbeit. Dass der Großteil der Teilnehmenden Frauen sind, verleiht der Ausstellung im Kontext des Internationalen Frauentags eine besondere Bedeutung. Das gemeinsame Produzieren und Teilen der Werke stellen einen konkreten Ausdruck von Solidarität dar.
Der Frankfurter Malkurs zeigt, dass Kunst nicht nur ein individuelles Ausdrucksfeld ist, sondern auch ein Mittel für Solidarität, Austausch und gesellschaftliche Veränderung sein kann. Neben technischen und ästhetischen Fähigkeiten bot dieser Prozess den Teilnehmenden vor allem die Erfahrung kollektiver Produktion und gemeinsamen Empowerments.


