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Mehr als 2.700 bei zweiten Schulstreik gegen Wehrpflicht in Hamburg

Am 20. Februar bestreikten in Hamburg mehr als 2.700 Schülerinnen und Schüler die Schule, um gegen eine schrittweise Wiedereinführung der Wehrpflicht zu protestieren. Der zweite Streiktag gegen die Wehrpflicht, der bundesweit am 5. März stattfinden wird, war in Hamburg vorgezogen worden, da am Bundesaktionstag in Hamburg Schulferien sind. Nach dem ersten Schulstreik am 5. Dezember, bei dem bundesweit 55.000 Schülerinnen und Schüler auf der Straße waren, ist auch die zweite Aktion in Hamburg ein Erfolg gewesen!

Schülerinnen und Schüler von über 70 Hamburger Schulen trugen mit hunderten Plakaten und Bannern ihre Forderungen in die Öffentlichkeit. So z.B. „Wir führen eure Kriege nicht!“, „Wohnen statt Drohnen“, „Uniformen sind das Problem im Stadtbild“, „Die Reichen wollen Krieg – die Jugend eine Zukunft!“, „Eure Kriege ohne uns!“ uvm.

Vor dem Streik mobilisierten Jugendliche an vielen Hamburger Schulen aktiv ihre Mitschülerinnen und Mitschüler. Über Flyer, soziale Medien, Infostände, Vollversammlungen und durch direkte Ansprache in den Pausen wurde über den geplanten Protest informiert. An einigen Schulen durften die Schülerinnen und Schüler nach Absprache mit den Lehrkräften auch durch die Klassen laufen und den Streik direkt ankündigen. Streikkomitees, die sich bereits vor dem ersten Streik an vielen Schulen gebildet hatten, organisierten Informationsveranstaltungen und riefen zu Treffen auf, bei denen Banner und Plakate für die Demonstration gebastelt wurden. Dabei konnten sich die Jugendlichen über den Streik austauschen und gemeinsam Ideen entwickeln.

In Eimsbüttel gab es sogar eine sogenannte „Zubringer-Demo“: Die streikenden Jugendlichen versammelten sich auf den Pausenhöfen ihrer Schulen und liefen dann zu einem zentralen Treffpunkt aller streikenden Schülerinnen und Schüler aus Eimsbüttel. Gemeinsam fuhren sie anschließend als große Gruppe zur Kundgebung in der Innenstadt. Schilder und Banner prägten den Weg durch die Stadt und zeigten bereits den auf dem Weg zur Demo, wie viele Jugendliche gegen Wehrpflicht und Militarisierung auf die Straße gingen.

In vielen Reden wurde das neue Wehrdienstgesetz als schrittweise Wiedereinführung der Wehrpflicht eingeordnet und in eine allgemeine Militarisierung. Diese wurde kritisiert als Teil von Plänen Deutschlands „kriegstüchtig“ und zu einer Führungsmacht zu werden. Um Demokratie und Frieden gehe es dabei nicht, wie es Politiker wie der Verteidigungsminister Pistorius den Schülern vormachen möchen.

Die Schüler und Schülerinnen Hamburgs stellten heraus: „Diesen Staat interessiert nicht unsere Freiheit oder unsere Meinung. Auslandseinsätze, Militarisierung und Wehrpflicht sind gegen unsere Interessen.“ Denn: Die Wiedereinführung der Wehrpflicht ist Teil von Deutschlands Kampf um Macht in der Welt für Märkte, Ressourcen und Handelswege. Dafür werden immer wieder neue Milliarden für Aufrüstung beschlossen und so ein nächster großer Krieg vorbereitet. Die Jugend ist es, die darunter leidet: zukünftig in großen Kriegen als Kanonenfutter aber auch jetzt schon durch Kürzungen in der Bildung, der Kultur und im Sozialen. Überfüllte Klassenzimmer, zerstörte Umwelt, immer höhere Armut, ist das Ergebnis einer Politik die bei der Jugend kürzt und das Geld in Aufrüstung steckt. Stattdessen forderten die Jugendlichen u.a.: eine Abschaffung der Wehrpflicht, Geld für Bildung, Soziales und Umweltschutz und keinen Platz für die Bundeswehr an Schulen.

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