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Selbstmordfälle und „Gewalt als einziger Ausweg“

40 Verletzte, 2000 Schläger, 5000 Polizisten: Das ist die absurde Bilanz eines „persönlichen Streits“ im chinesischen Foxconn-Werk, der u.a. auch Apple beliefert. Nach Angaben der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua waren 5000 Polizisten im Einsatz, die zehn Stunden brauchten, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.

In der Fabrik in Taiyuan arbeiten 79 000 Menschen, sie produzieren unter anderem elektronische Bauteile für Autos und Bauteile für Unterhaltungselektronik. Foxconn ist der weltweit größte Hersteller von Computerteilen und baut unter anderem Geräte für Apple, Sony und Nokia. Das Unternehmen beschäftigt rund eine Million Arbeiter in China, die meisten von ihnen in Shenzhen an der Grenze zu Hongkong. Die Arbeitsbedingungen bei Foxconn werden seit langem scharf kritisiert, vor allem, nachdem 2010 mindestens 13 Beschäftigte Selbstmord begangen hatten.

„Foxconn ist für ein sehr autoritäres Management bekannt, und die Regeln sind sehr streng“, sagte Geoffrey Crothall, Sprecher der Arbeitsrechtsorganisation China Labour. „In einem Umfeld wie bei Foxconn, wo Arbeiter als Produktionseinheiten behandelt werden – wie Roboter, nicht Menschen – ist Gewalt manchmal der einzige Ausweg. Kleine Streitereien eskalieren.“ Foxconn hatte auf die massive Kritik an den Arbeitsbedingungen reagiert und die Löhne angehoben sowie die Arbeitszeiten reduziert. An den Werksgebäuden wurden Sicherheitsnetze angebracht.

 

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