In den Werken des Automobilriesen Mercedes-Benz in ganz Deutschland kommt es weiterhin zu Unruhen. Gegen die von der Unternehmensleitung unter dem Vorwand der „Steigerung von Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit“ angekündigten Sparmaßnahmen und Rechtsbeschneidungen sind Zehntausende Arbeiter auf die Straße gegangen und haben die Produktion lahmgelegt.
Diese Entscheidungen, die zeitgleich mit den Plänen der Bundesregierung zur Anhebung des Rentenalters und zum Abbau von Gesundheits- und Sozialrechten erfolgen, haben großen Protest in der Arbeiterklasse ausgelöst. Einem Aufruf der IG Metall und der Betriebsräte folgend sind die Arbeiter in Aktion getreten und haben mit zeitgleichen Aktionen der Unternehmensführung und der Regierung eine Warnung erteilt.
Zehntausenden stellen Produktion ein
In den Mercedes-Benz-Werken in ganz Deutschland (Sindelfingen, Mettingen, Untertürkheim, Bremen, Berlin, Hamburg usw.) legten die Arbeiter heute Morgen zur gleichen Zeit die Arbeit nieder. Im Werk Sindelfingen, das zum Zentrum der Aktionen wurde, füllten allein in einer Schicht 20.000 Arbeiter die Plätze und bildeten eine historische Menschenmenge. Insgesamt teilte die IG Metall mit, dass 33.000 Mercedes-Arbeiter auf der Straße waren
Ergün Lümali, Gesamtbetriebsratsvorsitzender, richtete sich an die riesige Menschenmenge in Sindelfingen und verkündete entschlossen: „Wir, die Mercedes-Benz-Arbeiter, tragen keine Verantwortung für geopolitische Krisen, Energiepreise und Fehlentscheidungen des Managements. Mit diesem entschlossenen Auftreten haben wir allen Angriffen ‚Stopp‘ gesagt!“
Die wichtigsten Einschränkungen, die die Mercedes-Benz-Geschäftsführung hinsichtlich der erkämpften Rechte der Beschäftigten plant, sind folgende:
Verlängerung der Arbeitszeit: Die wöchentliche Arbeitszeit soll von 35 auf 40 Stunden erhöht werden, ohne dass den Beschäftigten für diese Überstunden eine zusätzliche Vergütung gezahlt wird.
Aufschub von Zulagen: Es wird gefordert, die in den letzten Tarifverhandlungen vereinbarte Transformationszulage in Höhe von 18,4 Prozent, die Ende Juli zusammen mit den Löhnen ausgezahlt werden sollte, um ein Jahr zu verschieben.
Einschränkung der Rechte auf mobiles Arbeiten: Unter dem Deckmantel des „mobilen Arbeitens“ wird angestrebt, die zuvor unterzeichnete Betriebsvereinbarung einzuschränken.
Autobahnblockade am 9. Juli
Die Beschäftigten, die von diesen Angriffen auf betriebliche Rechte, von denen bundesweit 108.000 Arbeiter direkt betroffen sind, sind entschlossen, keinen Rückzieher zu machen. Bei den heute durchgeführten Massenarbeitsniederlegungen wurde betont, dass die Proteste intensiviert und fortgesetzt werden, sollten die Forderungen nicht erfüllt werden.
In einer gemeinsamen Erklärung wurde angekündigt, dass der nächste große Schritt am 9. Juli in Stuttgart stattfinden wird. Die Arbeiter bereiten sich darauf vor, mit ihren Fahrzeugen einen riesigen Konvoi zu bilden und die Autobahn für den Verkehr zu sperren.

