Written by 16:31 HABERLER

Für ein besseres Zusammenleben: Stadtteilfest in Altona

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Am 28. Juni 2014 wurde es laut am Kemal-Altun-Platz. Denn unter dem Motto Gegen Rassismus und Ausgrenzung, für ein besseres Leben veranstalte die die DIDF Hamburg ein Stadtteilfest in Hamburg/Altona.

 

Über 1500 Personen haben das Fest besucht. Das Fest wurde von zahlreichen Partnern, wie dem DGB und der Partei DIE LINKE, mitgetragen. Das Fest stieß auf sehr viel Zustimmung im Stadtteil Altona. Denn genau in diesem Stadtteil machen sich die Ergebnisse der Spar- und Spaltungspolitik des Senats besonders bemerkbar.

Im Stadtteil Altona leben 70 Tausend Menschen mit Migrationshintergrund und stellen somit einen Anteil von 28% an der Gesamtbevölkerung. Vor Jahrhunderten wurde Altona als ein Fischerdorf gegründet und war stets bekannt für seine Gastfreundschaft, Vielfalt und Offenheit gegenüber Neuem, die durch eine Burg mit offenem Tor im Altonaer Wappen symbolisiert wird. Altona ist ein bunter Stadtteil, in dem viel

So unterschiedlich Sprache und Kultur der Bewohner hier sein können, sind ihre Probleme oft die Selben. Rassistische Vorwürfe, soziale Ausgrenzung oder diskriminierende Polizeigewalt sind inzwischen an der Tagesordnung. Seit einigen Jahren beobachten wir, wie Altona sich verändert. Vor ein paar Wochen wurde das riesige IKEA Gebäude zu Ende gebaut. Dieser Koloss ist ein Symbol dafür, wer hier regiert oder seine Interessen durchsetzt, und zwar die Kapitalbesitzer, die Reichen. Stadtteilentwicklung heißt hier nämlich, Verdrängung des Normal-Bürgers an die Stadtränder.

Besonders treffen diese Zustände die Jugend. Ihnen werden nicht die Hilfestellungen gegeben, die sie brauchen. So z.B. in den Schulen. Vielmehr sind sie mit überfüllten Klassenräumen und schlecht qualifizierten Lehrern oder Betreuern konfrontiert. In Altona ist dies der Standard. Für viele ist an ein Studium nach der Schule gar nicht mehr zu denken. Ausbildungsplätze finden sie auch kaum. Unabhängig davon, dass es sowieso zu wenige davon gibt, sind die soziale, ethnische oder kulturelle Herkunft schon ein Kriterium für die Aussortierung der Bewerbenden. Die steigenden Mieten und der Mangel an sozialen Wohnungsbau stellen die Familien vor große finanzielle Schwierigkeiten, sodass Jugendliche bereits früh Verantwortung übernehmen müssen und in jungen Jahren arbeiten und so kaum Freizeit haben. Diese Problematik wird nochmal dadurch verstärkt, dass der Staat auch die Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten von Jugendlichen kaputt spart. Da es keine Jugendhäuser oder ähnliches gibt, sind die Jugendlichen gezwungen auf den Straßen abzuhängen. Und da geht die Diskriminierung wieder von vorne los. Neue Mitte Altona, Verkauf von öffentlichen Gebäude wie Ämtern und Schulen oder sog. Verwertungsflächen wie Kleingärten und Sportplätzen sind bekanntere Beispiele, Schließung von sozialen Einrichtungen infolge der Schuldenbremse könnten genauso genannt werden wie die Bedrohung von Stadtteilkulturzentren und Jugendtreffs.

Die Probleme vieler Bewohner von Altona sind gleich. Sie  alle wollen gute Schulen, Ausbildungs- oder Studienplätze. Sie wollen einen Stadtteil mit genügend Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten und bezahlbaren Wohnraum. Sie sehen sich aber ein Politik gegenüber, die sie spalten und gegeneinander aufhetzen will. Die Verdrängung Einkommens schwächerer Menschen schreitet weiter voran. Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen. Luxussanierungen, Aufstockungen und Neubau prägen den Stadtteil. Es geht nur noch um Profitmaximierung und das per Gesetz. Das Stadtteilfest in Altona hat dazu beigetragen ein starkes Zeichen gegen solch eine Politik zu setzen.

 

Sedat Kaya

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