Am 22. Februar 2026 kamen über 80 Jugendliche zur Mitgliederversammlung des Internationalen Jugendverbandes (IJV) in Hamburg zusammen. An der Versammlung nahmen zahlreiche Schüler, Auszubildende, junge Arbeiter und Studierende teil. Gemeinsam diskutierten sie die aktuelle politische und gesellschaftliche Lage und wie sich diese auf junge Menschen in Hamburg auswirkt. Auch wurden die kommenden Aktivitäten der Ortsgruppe besprochen.
Der Vorstand gab zunächst einen kurzen Überblick über die internationale Lage und die Situation in Deutschland. Besonders hervorgehoben wurden die Angriffe auf die Lern-, Arbeits- und Lebensbedingungen junger Menschen. Dazu zählen unter anderem die Wiedereinführung der Wehrpflicht, gegen die auch in Hamburg zweimal mehrere Tausend Schüler ihren Unterricht bestreikt haben. Ebenso wurden die Kürzungen an der Universität Hamburg thematisiert, die sowohl Studierende als auch Beschäftigte betreffen und gegen die ein Hochschulaktionstag mit einer Demonstration von knapp 1.000 Teilnehmenden organisiert wurde. Auch die NATO-Manöver in Hamburg wurden angesprochen, gegen die der IJV ebenfalls aktiv war. In der Diskussion berichteten mehrere Auszubildende von ihrer Beteiligung an Tarifauseinandersetzungen im Chemiebereich sowie am Tarifvertrag der Länder. Zahlreiche Schüler schilderten ihre Diskussionen zur Wehrpflicht und die Stimmung gegen die zunehmende Militarisierung auf den Schulhöfen. Die starke Beteiligung des IJV am Schulstreik gegen die Wehrpflicht am 20. Februar zeigte deutlich, wie wichtig es ist, dass junge Menschen unabhängig von Schule, Betrieb oder Universität zusammenkommen, um sich zu organisieren und ihre gemeinsamen Interessen zu stärken.

Foto: Yeni Hayat
Bei den Berichten aus der Arbeit der Ortsgruppe wurde besonders die Umsetzung der Kampagne „Zeit aktiv zu werden: gegen Rassismus, Aufrüstung und Sozialabbau“ diskutiert. Die Schüler des IJV spielten eine wichtige Rolle bei der Organisation von Schulstreikkomitees an ihren Schulen. An den Universitäten waren die Vorbereitung des Hochschultages sowie die Kampagne „Schreib2“ für eine zweite Prüfungsphase konkrete Beispiele für die Umsetzung der Kampagne. Zahlreiche Arbeitskämpfe wurden unterstützt. Auch Aktive aus der Gewerkschaftsjugend beteiligten sich an der Diskussion und berichteten von ihren Auseinandersetzungen, z.B. der IG BAU Jugend rund um das Infrastrukturpaket sowie von der Notwendigkeit, statt in militärische Infrastruktur in den sozialen Wohnungsbau zu investieren. Positive Rückmeldungen gab es zum neuen Format „jungundlaut“ mit Podcasts und Reels, dass auch über die Mitgliedschaft hinaus unter jungen Menschen in der Stadt immer bekannter wird. Auch die „Lautschrift“ wurde von Teilnehmenden, die zum ersten Mal bei einer Mitgliederversammlung dabei waren, positiv hervorgehoben.
Der IJV Hamburg startet in eine dynamische Phase. In den kommenden Monaten stehen die Aktionstage am 8. März zum Internationalen Frauentag, die Ostermärsche gegen Krieg, Aufrüstung und Militarisierung sowie der 1. Mai, dem internationalen Kampftag der Arbeiterklasse, sowie viele weitere Aktivitäten und Veranstaltungen an. Am 30. Mai wird erneut ein Open-Air-Festival stattfinden, zu dem wieder tausende Jugendliche erwartet werden. Der IJV Hamburg ist in zahlreichen Bündnissen der Stadt vertreten und inzwischen ein fester Bestandteil der politischen Landschaft, insbesondere innerhalb der Jugend. Das zeigen auch viele Neueintritte im Vorfeld der Mitgliederversammlung. Groß ist die Vorfreude auf das internationale Sommercamp vom 31. Juli bis zum 9. August in Österreich am Attersee, zu dem z.B. die Schülergruppe des IJV angekündigt hat einen eigenen Bus zu starten. Insgesamt wurde betont, wie wichtig es gerade in der aktuellen Zeit ist, als Jugendliche organisiert zu sein, um die eigenen Interessen zu vertreten und Einfluss auf gesellschaftliche Entwicklungen zu nehmen. Die Mitgliederversammlung war daher ein voller Erfolg, und die Ortsgruppe geht gestärkt in eine dynamische Zeit.

