Während sich Politik, Wirtschaft und Medien über Teilzeitarbeit als Lifestyle, Abschaffung der maximalen Wochenarbeitszeit und Renten hermachen, bereiten sich traditionelle Ostermärsche für Frieden und Gerechtigkeit vor – nicht als folkloristischer Spaziergang, sondern als dringende Notwehr gegen imperialistische Kriege, soziale Kürzungen und geopolitische Eskalationen.
Die Welt steuert auf Krieg. Seit dem groß angelegten Angriff der USA und Israels auf den Iran haben sich die Militärschläge ausgeweitet – mit Raketen, Drohnen und Luftangriffen, die ganze Städte treffen und eine humanitäre Katastrophe auslösen, während zivile Infrastruktur zerstört wird. Sogar Bundestagsexperten sehen einen offensichtlichen Verstoß gegen das Völkerrecht, der weder vom Recht auf Selbstverteidigung gedeckt noch vom UNSicherheitsrat autorisiert ist – und die Bundesregierung bleibt weitgehend passiv, gibt sogar logistische Unterstützung durch Freigabe von Luftraum und Militärbasen.
Parallel feuert die vom Iran unterstützte HuthiMiliz im Jemen wieder Raketen und Drohnen auf israelisches Territorium ab, was die Region weiter destabilisiert und die Gefahr einer großflächigen Eskalation erhöht.
Inmitten dieser globalen Brandherde empfängt Bundespräsident Steinmeier den Übergangspräsidenten Syriens, der früher als Anführer der dschihadistischen Miliz HTS galt und international jahrzehntelang als gesuchter Terrorführer geführt wurde. Deutschland versucht, sich als Schlange überall einzunisten, um die abfallenden Krümmel vom Kuchen nicht zu verpassen.
Das ist kein harmloses, selbstverständliches diplomatisches Ritual: Es ist Ausdruck der Realität, dass Wirtschafts und machtpolitische Interessen heute selbst jene legitimieren, die gestern als „Feinde der Freiheit“ galten, solange sie als nützlicher Partner für imperiale Ansprüche dienen. Währenddessen bleibt die humanitäre Lage in Syrien, im Irak, im Libanon, in Gaza und im Iran für Millionen von Menschen katastrophal – von zivilem Leid ganz zu schweigen.
Und genau hier setzen die Ostermärsche an: Sie sind keine sentimentale Rückschau auf die friedensbewegten starken `80erJahre, sondern eine lebendige Forderung nach einem grundlegenden Wandel. Wer heute noch meint, Demos würden nichts bringen, sollte sich verdeutlichen: Veränderungen begannen immer auf den Straßen, dort, wo Menschen ihre Stimme erhoben. Für Menschen, die täglich unter den Folgen von Krieg, sozialen Kürzungen und wachsender Ungleichheit leiden, ist die Botschaft klar: Frieden ist nicht verhandelbar – und Gerechtigkeit keine leere Phrase.

