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1. Mai in Bremen: Eure Krisen ohne uns

In Bremen gingen zur Gewerkschaftsdemonstration, die um 11 Uhr am Weserstadion begann, über 6.500 Leute auf die Straße, das waren deutlich mehr als im letzten Jahr noch. Unter dem Motto “Eure Krisen ohne uns” formierte sich auch ein Jugendblock mit über 500 Leuten aus Gewerkschaftsjugenden, AStA, Schülervertretung und Jugendvereinen, welcher damit mit den größten und auch lautesten Blocks der Demonstration bildete. Auf ihren Bannern forderten die Gewerkschaftsjugenden einen Stopp des Stellenabbaus, eine Übernahmegarantie für Azubis, Stopp von Militarisierung und keine Wehrpflicht, mehr Bafög und lautstarke Parolen wie “Ausbildungsplätze statt Kriegseinsätze”, “Noch mehr Rüstung, noch mehr Waffen werden keinen Frieden schaffen” und “Hoch mit den Löhnen, runter mit der Rüstung” begleiteten diese Forderungen. Auf der Demonstration waren Kollegen, Vertrauensleute oder Jugend Auszubildendenvertretungen von Gestra, Arcelor Mittal, Atlas Elektronik, Mercedes, Airbus, den Senatorische Dienststellen, FAUN, Kita Bremen und Thermo Fisher vertreten. Die Forderungen auf den Bannern der Industrieunternehmen bezogen sich vor allem auf das Thema Standortsicherung und die Verteidigung des 8-Stunden-Tags.

Auch Organisationen wie der VVN-BdA und das Bremer Friedensforum nahmen Teil und stellten auf ihren Transparenten die Forderung nach Abrüstung und Stopp der Kriegstüchtigkeit Deutschlands in den Vordergrund. Die Redebeiträge kamen vom DGB-Vorsitzenden in Bremen Christian Wechselbaum und dem EVG-Bundesvorsitzenden Martin Burkert, die über die Angriffe auf die Arbeitsrechte wie den 8-Stunden-Tag und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sprachen und warum der Kampf dagegen gerade an vorderster Front von den Gewerkschaften geführt werden muss. Auch die Vorsitzende der IG Metall Bremen, Ute Buggeln sprach. Sie thematisierte den Bremer Ausbildungsfond, der von der Bremer Bürgerschaft beschlossen wurde.

Dort sollen alle großen Unternehmen die ausbilden einzahlen um die Qualität und Angebote der Ausbildungen in Bremen zu verbessern, nach dem Beschluss reichten fast 350 Unternehmen eine Klage gegen den Fond ein um nicht zahlen zu müssen. Die IG Metall konnte dagegen nun durchsetzen, dass einige große Betriebe wie beispielsweise Arcelor Mittal diese Klage wieder zurück zogen. Erstmals seit Jahren gab es auch wieder eine Jugendrede in Bremen.

Diese hielt ein Azubi von der EVG-Jugend und sprach über die Zukunftssorgen junger Leute und die unsichere Perspektive von Azubis, da viele von ihnen keine Übernahmegarantie haben und mit erleben wie immer mehr ihrer älteren Kollegen durch Rationalisierungsmaßnahmen wie Stellenabbau gehen müssen. Auch bei der DB Cargo sollen fast die Hälfte aller Stellen gestrichen werden und ganze Standorte geschlossen, so dass den Azubis bald deutlich längere Arbeitswege bevorstehen die bei den gestiegenen Spritpreisen kaum für sie zu bewältigen sind. Die Jugendrede griff auch die besondere Rolle der Gewerkschaften historisch und gegenwärtig in der Friedensbewegung auf. Die Arbeiter, dessen Fabriken auf Rüstungsproduktion umstellen, deren Krankenhäuser darauf vorbereitet werden verletzte Soldaten in Massen zu versorgen und die Rüstungsgüter in Züge und Schiffe verladen sollen, haben auch die Macht, sich dem entgegen zu stellen und eine Zukunft ohne Krieg zu erkämpfen.

Um 14:30 startete eine alternative “revolutionäre” Demo, die auch die Angriffe auf Arbeitsrechte thematisierte. In ihrem Aufruf stellten die Veranstalter ausdrücklich klar, dass sie die Gewerkschaftsdemonstration nicht ablehnen würden und riefen auch dazu auf, sich dem Jugendblock auf der DGB-Demo anzuschließen. (Neues Leben / Bremen)

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