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Altersarmut vorprogrammiert – auch bei 15 Euro Mindestlohn

Laut SPD, Gewerkschaften oder Sozialverbänden muss der Mindestlohn von aktuell 12,84 Euro ab Januar 2026 auf 15 Euro pro Stunde steigen. Doch ein Blick auf die Rentenrealität zeigt: auch 15 Euro sind nicht ausreichend und führen zwangsläufig zur Altersarmut. Wer ein Leben lang zum Mindestlohn arbeitet, bleibt im Alter arm. Erst bei einem Mindestlohn von rund 21 Euro würden Beschäftigte nach 45 Arbeitsjahren eine Rente von etwa 1.399 Euro netto erreichen– gerade einmal knapp über der Armutsgefährdungsgrenze von 1.380 Euro. Alles darunter bedeutet Altersarmut. Das System belohnt jahrzehntelange Arbeit nicht mit Sicherheit, sondern mit dem Risiko des sozialen Abstiegs im Alter.

Die politische Debatte läuft der Realität hinterher. Während Arbeitgeber und Union jede weitere Anhebung blockieren und die SPD an den 15 Euro festhält, bleibt das Ergebnis für Millionen eindeutig: Arbeit schützt nicht vor Armut – selbst nach 45 Jahren nicht.

Auch die Rentenerhöhung von 3,74 Prozent zum 1. Juli 2025 ändert daran wenig. Eine armutsfeste Rente beginnt nicht bei 15 Euro Mindestlohn, sondern erst jenseits der 20-Euro-Marke – und auch das reicht nur gerade mal so zum Überleben.

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