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Global Sumud Flotilla angegriffen und Aktivisten verschleppt

Anfang April brach eine Reihe von Schiffen der „Global Sumud Flotilla“ erneut von Italien in Richtung Palästina auf. Ziel der Aktivisten an Board der Schiffe war es unter anderem, dringend benötigte Hilfsgüter in den Gaza-Streifen zu bringen und die seit Jahren bestehende Seeblockade zu durchbrechen. Außerdem wollte man eine dauerhafte zivile Hilfe vor Ort schaffen, um die Menschen in Palästina, beispielsweise beim Wiederaufbau des Gesundheitssystems, zu unterstützen. 

Alicia Weiss

In der Nacht des 30. April befanden sich die Schiffe in griechischen Gewässern westlich von Kreta. Dort wurden 22 von ihnen gewaltsam durch das israelische Militär gestoppt und Aktivisten festgenommen. Einige Schiffe wurden dabei absichtlich so massiv beschädigt, dass eine Weiterfahrt nicht möglich war. Ein Teil der Aktivisten musste im Nachgang medizinisch versorgt werden, da sie während der brutalen Gewaltaktion Verletzungen erlitten. Augenzeugen berichteten außerdem von massiver Folter gegen Saif Abukeshek und Thiago Ávila, die von den israelischen Soldaten nach Israel verschleppt wurden. Inzwischen wurden die beiden, nach über einer Woche in israelischer Haft, freigelassen.

Im Vergleich zu den Vorfällen im Oktober 2025, wo die Schiffe der „Global Sumud Flotilla“ in der Nähe der Küste des Gazastreifens gestoppt wurden, ist mit diesem Vorfall eine neue (Eskalation-) Stufe des Vorgehens der israelischen Regierung erreicht. Diese illegale Militäroperation fand im Mittelmeer statt, genauer in einem von der griechischen Küstenwache kontrolliertem Gewässer. Es handelt sich hierbei um einen klaren Bruch des Völkerrechts. Die griechische Regierung macht sich mit ihrem Vorgehen zum Komplizen der israelischen Regierung. Sie dementiert zwar, im Vorfeld davon gewusst zu haben, aber es ist unmöglich, dass die Boote und Drohnen des israelischen Militärs von der griechischen Küstenwache unentdeckt blieben. Abgesehen von einer Erklärung der deutschen und italienischen Regierungen, gab es wenig bis keine Kritik europäischer Staaten an diesem Vorfall. Abseits solcher leeren Worte, muss Israel mit keinerlei Konsequenzen rechnen. Das Ganze zeigt erneut, dass die Regierungen Europas nicht an einer konsequenten Durchsetzung des Völkerrechts interessiert sind, sondern nur dann, wenn es ihren eigenen Interessen entspricht.

Während momentan die Aufmerksamkeit vor allem auf dem Krieg gegen den Iran liegt, wird die seit Oktober geltende „Waffenruhe“ von Israel immer wieder gebrochen. Das israelische Militär greift weiterhin Ziele im Gaza-Streifen und im Westjordanland an und seit Beginn der Waffenruhe wurden mehr als 800 Zivilisten durch Angriffe getötet. Auch der fortschreitende illegale und völkerrechtswidrige Siedlungsbau Israels im besetzen Westjordanland dauert an. Im April wurde der Bau von 34 neuen Siedlungen vom israelischen Sicherheitskabinett beschlossen. All das zeigt, dass die Unterdrückung und die Gewalt Israels gegenüber der palästinensischen Bevölkerung nicht geendet hat. Im Gegenteil – sie geht ungeachtet weiter. Umso wichtiger ist es, dass überlebenswichtige Hilfe bei den Menschen ankommen, so wie es die „Global Sumud Flotilla“ versucht hat. 

Neben den solidarischen Aktivisten der Flotilla, wird auch Palästina Solidarität in Deutschland weiterhin verfolgt und kriminalisiert. Gegen die Versuche die Solidarität mit der palästinesischen Bevölkerung aktiv zu unterbinden, braucht es dringend aktiven Widerstand. Sei es das Stoppen der „Global Sumud Flotilla“ seitens Israels, um das Aushungern der Menschen in Palästina voranzutreiben oder seitens des deutschen Staats, der jegliche Palästinasolidarität, kriminalisiert. Der Vorfall um die „Global Sumud Flotilla“ und ihre Besatzung muss Konsequenzen haben.

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