In zahlreichen deutschen Städten sind heute tausende Schülerinnen und Schüler gegen die Wehrpflicht und die Aufrüstung auf die Straße gegangen. In den Reden wurde der Rekordhaushalt für die Rüstung kritisiert und zur Teilnahme an den Demonstrationen am Samstag gegen Sozialabbau aufgerufen. Die Initiative “Schulstreik gegen Wehrpflicht” hat erklärt, dass bundesweit über 45.000 Menschen an der heutigen Aktion teilgenommen haben.
München: Am Giesinger Bahnhof versammelten sich hunderte Schülerinnen, Schüler und Eltern, um gegen das Wehrpflichtgesetz und den Krieg zu protestieren. Der anschließende Demonstrationszug zum Gärtnerplatz hielt vor Schulen entlang der Route an, um weitere Jugendliche zum Streik aufzurufen. Am Gärtnerplatz endete die Kundgebung mit Aufrufen zur Teilnahme an der Demonstration gegen Sozialabbau morgen in Nürnberg sowie zur Protestaktion am 3. Oktober in Stuttgart.

Foto: Selçuk Kozan / Bielefeld
Bielefeld: Rund 700 Jugendliche beteiligten sich an der Aktion, die mit einer Kundgebung begann und mit einem Demonstrationszug durch die Innenstadt endete. Die Teilnehmenden sprachen sich gegen die Wehrpflicht, Krieg und Aufrüstung aus. In den Beiträgen wurde betont, dass die Zukunft der Jugend nicht durch Kriegs- und Militärpolitik bestimmt werden dürfe.

Foto: Bremen / Neues Leben
Bremen: Auf dem Marktplatz versammelten sich Schülerinnen und Schüler und zogen gemeinsam in Richtung Hauptbahnhof. Nach ersten Schätzungen lag die Teilnehmerzahl bei etwa 1.500 Personen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützte den Protest. Von insgesamt acht Schulen starteten drei Zubringer-Demos und trafen sich um 12 Uhr auf dem Marktplatz. Im Laufe der Demonstration schlossen sich immer wieder Schülerinnen und Schüler spontan dem Zug an, die den Protest vom Straßenrand oder aus angrenzenden Arealen beobachtet hatten. Die Demonstranten forderten unter anderem eine bessere Ausstattung der Schulgebäude, mehr Lehrkräfte zur Bekämpfung des Unterrichtsausfalls sowie eine gerechtere Bildungspolitik. Mit der Aktion haben die Bremer Schülerinnen und Schüler ein unüberhörbares Signal an die Politik gesendet.
Braunschweig: Mehr als 200 Personen nahmen an der heutigen Kundgebung teil, bei der unter anderem ein Vertreter des Internationalen Jugendvereins (IJV) eine Rede hielt.
Dortmund: Etwa 600 Schülerinnen und Schüler schlossen sich dem Protest an, der um 12:00 Uhr am Nordausgang des Hauptbahnhofs begann und über den Wallring zum Platz der Alten Synagoge am Opernhaus führte. Im Anschluss kamen die Teilnehmenden bei DIDF Dortmund für eine Auswertung zusammen.
Auch in anderen deutschen Großstädten, wie Hannover, Hamburg, Berlin, Nürnberg, Stuttgart oder Düsseldorf, fanden Demonstrationen statt.
Inkrafttreten ab dem 1. Januar
Ab dem 1. Januar ist in Deutschland das neue Wehrpflichtgesetz in Kraft getreten. Junge Männer der Jahrgänge 2008 und jünger müssen sich nach ihrem 18. Geburtstag einer verpflichtenden Musterung unterziehen. Sollte die Bundeswehr in den kommenden Jahren nicht genügend Personal finden, kann der Bundestag über die Wiedereinführung der Wehrpflicht entscheiden.

