Am letzten Maiwochenende kamen 90 Delegierte des Internationalen Jugendverbands aus ganz Deutschland zusammen. Themen waren die Herausforderungen, vor denen die Jugend im Angesicht der aktuellen Politik steht, sowie das Wachstum des Verbands und die steigende Außenwirkung.
Der Internationale Jugendverband hat im vergangenen Jahr seinen Gründungskongress durchgeführt. Heute, ein Jahr später, hat sich die Anzahl der Mitgliedsgruppen des IJV verdoppelt- mehr als 30 Gruppen gehören der Jugendorganisation nun an. Bei so einem schnellen Wachstum war es auch wenig verwunderlich, dass ein nicht unerheblicher Teil der Delegierten neue Gesichter in der bundesweiten Arbeit waren. Diese Entwicklung spiegelte sich auf die Konferenz wider: Die Stimmung war geprägt von Tatendrang, Motivation und Begeisterung.
Politische Situation erfordert Organisation
Im Abschlussdokument zur Konferenz fasst der Bundesvorstand des IJV die politische Einordnung wie folgt zusammen: „Ausgangspunkt war die Feststellung, dass sich die Lebensrealität junger Menschen in Deutschland weiter zuspitzt: Krieg und Aufrüstung, Sozialabbau, Kürzungen in Bildung und Kultur, Angriffe auf Arbeitsbedingungen, Nationalismus und Rassismus treten nicht getrennt voneinander auf. Sie sind Ausdruck einer Politik, die die privaten Interessen der Konzerne vorantreibt und neue Kriege auf Kosten der Arbeiter und Jugendlichen in Deutschland vorbereitet“.
Ausgehend von der Realität unserer Zeit, die Militarismus, Nationalismus, Rassismus und Soziale Kürzungen zur Lebenswirklichkeit von vielen Jugendlichen macht, fasst der IJV seine Aufgaben wie folgt zusammen: „Die wachsende Bereitschaft zu Protest und Widerstand soll nicht nur auf Demonstrationen sichtbar werden, sondern in Schulen, Universitäten, Betrieben, Berufsschulen, Stadtteilen und kulturellen Aktivitäten dauerhaft verankert werden. Die Organisation soll dafür ein Werkzeug der Selbstorganisation sein, politische Orientierung geben und Jugendlichen ermöglichen, aus vereinzelten Erfahrungen gemeinsame Kämpfe zu entwickeln“.
Wachstum und Basisarbeit
Ausgehend von diesem politischen Auftrag wurde die Arbeit des IJV ausführlich bewertet. Erfolge und Herausforderungen bei der Durchführung von Kampagnen, wie „Zeit aktiv zu werden“ waren genauso Thema wie die Verankerung in der Basis. So zogen die Delegierten Schlüsse aus dem Aufwind, den sie in der Schülerarbeit mit den Schulstreiks gegen Wehrpflicht erlebt haben und auch die wichtigen Schritte, die in der Hochschul- und Betriebsarbeit gemacht wurden, wurden eingehend diskutiert. Nicht zuletzt war der mediale Auftritt der Organisation Thema. Mit der Lautschrift und der Plattform jung&laut (gemeinsames Portal der IJV Verbandszeitschrift „Lautschrift“ und der DIDF-Jugend Zeitschrift „Junge Stimme“) wird eine große Reichweite erzielt. Die gilt es auszuweiten.
In einem eigenen Tagesordnungspunkt behandelte der IJV schlussendlich auch das eigene Wachstum und das große Bedürfnis der Jugend, sich zu organisieren. „Die zentrale Schlussfolgerung der Konferenz lautet: Der IJV hat im vergangenen Jahr wichtige Schritte nach vorne gemacht. Jetzt kommt es darauf an, die gewachsene Reichweite in stabile Organisation, kontinuierliche Arbeit an der Basis und verbindliche Kampagnen zu übersetzen. Die nächsten Monate müssen genutzt werden, um aus Protest Organisierung, aus lokalen Erfolgen bundesweite Stärke und aus der Unzufriedenheit der Jugend eine Bewegung zu stärken“, heißt es im Abschlussdokument weiter. Die nächsten großen Ziele stehen bereits fest: Das Festival von DIDF für Zusammenhalt und Solidarität am 13. Juni und das Internationale Sommercamp am Attersee.

