Am 30.5. versammelten sich über 6000 Jugendliche unter dem Motto “Hamburgs Jugend gegen Krieg und Rassismus” beim Open Air am Park Fiction. Ein Rekord! Das Fest ging dieses Jahr in die 5. Runde und wurde wochenlang akribisch vom IJV (Internationaler Jugendverband) und der DIDF-Jugend vorbereitet. In Zeiten von Kriegen, Spaltung und steigenden Preisen bei Kultur, wurde ein alternatives Musikfest mit einer solidarischen Message geschaffen.
Basir Massomi
Das Fest startete bei sonnigem Wetter um 13 Uhr mit einer Eröffnungsmoderation und gleich danach mit Workshops zu Basketball, Halay Tanz, Graffiti und Antifaschismus. Vom Grill bis zum Gözleme sowie dem Cocktailstand, war für Verpflegung und Abkühlung gesorgt. Neugierige Gäste konnten sich bei den Infoständen über die kommenden Events wie das Jugendsommercamp gegen Faschismus und Krieg (31. Juli bis 9. August am Attersee), sowie das Open-Air-Festival für Zusammenhalt und Solidarität von DIDF am 13. Juni in Köln informieren.
Nach den Workshops ging es mit einer Podiumsdiskussion weiter. Vertreter von der DGB-Jugend, dem Schulstreikkomitee Hamburg, der Initiative Widersetzen, dem Internationalen Jugendverband und der DIDF-Jugend, regten zum Austausch an: Wie können wir den Kampf gegen Rassismus und Krieg in Hamburg als Jugend stärken? Hugo von der DGB-Jugend/jungen BAU, erklärte: „Man muss für Proteste und Widerstand gegen die Spaltung und Kriegsvorbereitung in den Fachgruppen und Betriebsgruppen mobilisieren“. Man müsse den Kampf da aufnehmen, wo er stattfindet, und die Solidarität praktisch spürbar im Betrieb machen.
Zu den Schulstreiks merkte Lara von der DIDF-Jugend einen niedrigen Migrantenanteil in der Bewegung an. Migranten würden, besonders aufgrund ihrer benachteiligten Stellung, gezielt von der Bundeswehr gelockt werden. Beispielsweise durch kostenlose Führerscheine oder ein Medizinstudium ohne gefühlt unmögliche Zugangsbeschränkung. Man müsse die
rassistische Propaganda des “Dienstes für den Staat als Beweis des Deutschseins”, also das “Beweisen der eigenen Dazugehörigkeit”, mittels Zusammenarbeit in praktisch, solidarischen Bewegungen entkräften. Außerdem müsse man die verschiedenen fortschrittlichen Kämpfe im Land entlang ihrer Gemeinsamkeiten verbinden – zum Beispiel die Kämpfe gegen Krieg und gegen soziale Kürzungen.
Auf der Bühne ging der solidarische Kampf in Form von Musik weiter. Der erste Act war Janfrié, worauf viele weitere Künstlerinnen und Künstler folgten: Hanci + 57lasse, Alelo ANSAHH, Aliyee, Inspektah, Lastro & Benno, S.H.O.K, Vato, Secret-Act Motuz sowie zu guter Letzt PTK. Sie alle sorgten für mächtig Stimmung.

Doch der große Spaß kam nicht ohne Message: “Die grauen Männer ha’m mein Lächeln geraubt/ Das musst’ ich bisschen danach suchen/ Ein’ Finger könnt ihr brechen aber fünf sind ‘ne Faust/ Wir holen uns unser Stück vom Kuchen“ rappte Motuz in seinem Song “Für die Hoffenden”, während das Publikum jede Line mitsang. Zwischen den großartigen Acts wurden Reden zu Themen wie der Aufrüstung, dem Schulstreik sowie den allgegenwärtigen Kürzungen gehalten. Flavia vom IJV unterstrich im letzten Redebeitrag die Bedeutung des Open Air als Zeichen der gemeinsamen Organisation und des Zusammenhalts. Am Ende wurde “Hoch die internationale Solidarität” gerufen.
Etwas später, innerhalb von PTKs Set, wurde zur Teilnahme an den Aktionen gegen den AfD Parteitag in Thüringen am 4. und 5. Juli aufgerufen. Euphorische Sprechchöre verabschiedeten ihn etwas später, woraufhin kurz vor 22 Uhr die Abschlussrede des IJV und der DIDF-Jugend das Rekord Open Air Festival 2026 beendete. Es wurde ein kämpferisches Zeichen gesetzt, für internationale Solidarität, gegen Rassismus und für Frieden.

