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Mit kollegialen und kämpferischen Grüßen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir schreiben euch mit der Bitte, unseren Streik für einen angemessenen Mindestlohn zu

unterstützen. Der Streik begann in den Platinminen des Unternehmens „Lonmin“ in Marikana, wo am 16. August 34 Arbeiter von der Polizei erschossen wurden. Dieser Streik findet mittlerweile seine Fortsetzung überall in Südafrika. Wir kämpfen für 12.500 südafrikanische Rand (rund 1.100 Euro) Mindestlohn für alle Beschäftigten in den Bergwerken, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, ein Ende der Leiharbeit und sichere Arbeitsbedingungen, damit wir uns angemessene Wohnungen mit Strom- und Wasseranschluss, sowie eine vernünftige Ausbildung für unsere Kinder leisten können.

Es geht um ein besseres Leben, das wir nur erreichen können, wenn wir dafür kämpfen.

Von unserer eigenen Gewerkschaft, der „National Union of Mine Workers“ (NUM), die sich mehr für ihre eigene Investmentfirma und ihr Bündnis mit der regierenden Partei, dem „African National Congress“ (ANC), interessiert, wurden wir im Stich gelassen. Die ANC-Führung hingegen setzt sich für die Interessen der Konzernchefs ein. Das wurde eindringlich bestätigt, als man Polizei und Soldaten schickte, um auf uns zu schießen und uns zu verhaften.

Aus diesem Grund haben wir in jeder Mine Streikkomitees gegründet und darüber hinaus auch ein gemeinsames Streik-Koordinierungskomitee für alle Bergwerke in der Region um Rustenburg („Joint Strike Coordinating Committee“). Wir leiten den Streik in den verschiedenen Platin- und Chrom-Bergwerken in Rustenburg und versuchen jetzt, uns über ein landesweites Streikkomitee mit anderen Arbeitern, die sich im Streik befinden, zusammenzuschließen. Mittlerweile befinden sich mehr als 100.000 Kumpel im Ausstand. Wir glauben, dass der einzige Weg, damit unsere ermordeten Kollegen wenigstens einen Hauch von Gerechtigkeit erfahren, darin besteht, dass wir diese Kämpfe gewinnen. Unser Gegner ist eines der mächtigsten Unternehmen der Welt, das von unserer Regierung über alle Maße unterstützt wird. Leider stehen auch die führenden Köpfe unserer Gewerkschaft auf der anderen Seite. Deshalb glauben wir, dass unsere Streiks nur erfolgreich sein können, wenn wir alle Beschäftigten miteinander vereinen, die bisher zum größten Teil isolierte Arbeitskämpfe führen. Unser Ziel ist es, die einzelnen Streiks miteinander zu koordinieren.

Wir fordern auch, dass unsere in skandalöser Armut erstickenden Wohngebiete saniert werden.Wir rufen weltweit KollegInnen, Betriebsräte, GewerkschafterInnen und alle anderen Organisationen der Arbeiterklasse dazu auf, uns zu unterstützen. (…) Die internationale Solidarität, die wir bisher erfahren haben, hat die Arbeiter hier enorm gestärkt!

Zweitens sind wir dringend auf finanzielle Hilfe angewiesen, um unsere Organisationsarbeit

bezahlen zu können. Von den streikenden Kollegen sammeln wir zwar Beiträge ein, aber das nur mit mäßigen Erfolg, weil wir uns nun schon seit einigen Wochen im Streik befinden und keinen Lohn bekommen. Wir freuen uns daher über jede noch so kleine Spende zur Unterstützung des Kampfes. Spenden können auf das eigens dafür eingerichtete Konto überwiesen werden:

 

Bank:  Standard Bank, South Africa

Kontoname:  Workers Defence Fund

Kontonummer:  300495986

Bankfiliale:  East Gate

BLZ:  018 505

Swift Code:  SBZAZAJJ

 

Mit kollegialen und kämpferischen Grüßen

 

Gadaffi Mdoda für das „Rustenburg Joint Strike Coordinating Committee“

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