Die erneute Inhaftierung des Gewerkschaftsvorsitzenden Mehmet Türkmen in der Türkei sorgt international für Kritik und eine Welle der Solidarität. Zahlreiche Gewerkschaften und Organisationen aus Deutschland und Europa fordern seine sofortige Freilassung und sprechen von einem Angriff auf grundlegende Arbeiter- und Freiheitsrechte.
Türkmen, Vorsitzender der BİRTEK-SEN, wurde am 15. März 2026 in Gaziantep festgenommen, nachdem er bei einem Arbeiterprotest unsichere Arbeitsbedingungen kritisiert hatte. Die Behörden werfen ihm vor, „Hass und Feindseligkeit“ geschürt zu haben. Ein Gericht ordnete erneut Untersuchungshaft an.
Breite Kritik von Gewerkschaften
Der Deutscher Gewerkschaftsbund Weser-Ems verurteilte die Festnahme scharf. Auch der Bezirksverband Köln-Bonn der IG BAU sowie der ver.di-Bezirk Stuttgart äußerten deutliche Kritik und sprechen von einem schweren Angriff auf demokratische Rechte. Vertreter der IG Metall aus Göppingen/Geislingen betonen ebenfalls, dass der Einsatz für Arbeiterrechte kein Verbrechen sei. In einer Videobotschaft erklärte zudem Dominik Kofent, Vorsitzender der Verdi Linke Niederrhein, seine Solidarität und forderte die Freilassung Türkmens.
Auch international wächst der Druck: Dick Koerselman, Interimspräsident der niederländischen Gewerkschaft FNV, forderte die sofortige Freilassung und sprach von einem Verstoß gegen grundlegende Rechte. Die Schweizer Gewerkschaft UNIA verlangte ebenfalls seine Freilassung und warnte vor einer Einschüchterung der Arbeiterbewegung durch die Kriminalisierung gewerkschaftlicher Arbeit.
Vorwürfe politischer Repression
Auch Jugendorganisationen wie DIDF Jugend, Internationaler Jugendverband, SDAJ, linksjugend und SJD – Die Falken solidarisierten sich mit Türkmen. Sie sehen in der Festnahme Teil wachsender Repression gegen Gewerkschafter, Journalisten und Oppositionelle und werfen der Regierung unter Recep Tayyip Erdoğan vor, systematisch gegen unabhängige Arbeitervertretungen vorzugehen.
Türkmen hatte sich insbesondere in strukturschwachen Regionen für bessere Arbeitsbedingungen eingesetzt und Missstände öffentlich gemacht – ein Engagement, das ihn zunehmend unter Druck brachte.
Forderung nach internationalem Druck
Die Unterstützer fordern neben seiner Freilassung die Einhaltung internationaler Arbeitsnormen sowie den Schutz der Gewerkschaftsfreiheit in der Türkei. Weltweit wird dazu aufgerufen, den Druck auf die Behörden zu erhöhen.
