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Internationales Jugendsommercamp 2026: „Wir haben eine Welt zu gewinnen – Jugend weltweit gegen Faschismus und Krieg!“

Unter diesem Motto findet in diesem Jahr vom 31. Juli bis zum 9. August das internationale antifaschistische, antiimperialistische und demokratische Jugendcamp in Österreich am Attersee statt. Dort kommen nicht nur Jugendliche aus Deutschland, sondern aus vielen weiteren Ländern wie USA, Griechenland, Tunesien, Türkei, Ecuador, Spanien, Mexico und vielen anderen zusammen.

Emma Koßmann*

 

Aus Deutschland rufen neben dem Internationalen Jugendverband (IJV) und der DIDF-Jugend viele weitere Organisationen und Gruppen dazu auf. Darunter die Junge BAU und lokale bzw. regionale Gewerkschaftsjugenden, Allgemeine Studierendenausschüsse (AStA), Schüler- und Schulstreikgruppen, Umweltgruppen und Verbände wie die Linksjugend, SDS, Die Falken und BUND-Jugend.

Dass junge Menschen und Organisationen aus so vielen verschiedenen Ländern unter diesem Motto zusammenkommen, ist kein Zufall. Denn überall auf der Welt teilen sie  Probleme, Zukunftsängste und Perspektivlosigkeit. So sinkende Löhne, steigende Mieten, Einkaufpreise oder Studiengebühren. Und sie alle erleben Angriffe auf soziale Rechte, auf Bildung  und Gesundheit. Die Jugend blickt auf eine Welt, in der zahlreiche Kriege geführt werden. Seien es die jüngsten Angriffe der USA auf den Iran und Libanon, der Genozid der seit über 2,5 Jahren von Israel an den Palästinensern verübt wird oder der russische Angriffskrieg auf die Ukraine. Währenddessen werden unsere demokratischen Rechte eingeschränkt und reaktionäre Kräfte gewinnen in vielen Ländern an Zulauf. Doch immer mehr junge Menschen stellen sich entschlossen dagegen. Nicht nur bei den Schulstreiks, die in Deutschland schon zweimal 50.000 junge Leute auf die Straße gebracht haben, sondern auch bei internationalen Bewegungen gegen den Genozid in Gaza, Jugendaufstände gegen die eigene Regierung wie in Nepal, Madagaskar oder Bangladesch und viele weitere. Die Stimmen gegen Krieg, Ausbeutung, Armut und Perspektivlosigkeit werden immer lauter und die Bewegungen immer stärker.

Die Stärken bündeln – Erfahrungen teilen

Diese Stärke zeigt auch das internationale Camp. Dort kommen Leute aus all diesen Kämpfen, die sie in ihren Ländern führen, an einem Ort zusammen, verbinden sich und machen gemeinsamen den Ursprung ihrer Probleme sichtbar. Bei den Hauptpanels und Seminaren werden diese Angriffe und ihre Ursachen intensiv thematisiert und aufgearbeitet. Gleichzeitig wird Solidarität mit den Menschen gestärkt, die unter diesen Angriffen leiden. So kann Zusammenhalt gefördert und konkret gelebt werden. Auch, dass dieses Jahr bis zu 1.000 junge Leute aus aller Welt erwartet werden, ist vor allem ein Zeichen dafür, dass die Jugend nicht mehr länger bereit ist, all diese Angriffe hinzunehmen. Denn das Camp zeigt: was uns verbindet, sind nicht nur die gleichen Probleme, sondern auch der gemeinsame Kampf.

Fähigkeiten erkennen und weiterbilden

Bei den täglichen Seminaren und Workshops wird sich also gemeinsam zu Themen wie Krieg, Rassismus, Unterdrückung der Frau, Zerstörung der Umwelt, usw. ausgetauscht. In den Arbeitsgruppen werden Fähigkeiten erlernt und weitergebildet. Bei den journalistischen AGs wie Zeitung, Film, Social Media und Foto wird erlernt, wie wichtig es ist, dass es Medien und Presse gibt, die im Interesse  der Jugend berichten, während die herrschenden Medien, Propaganda verbreiten, die ablenken und spalten soll. Dort wird gemeinsam erlernt, was in einen Artikel oder ein Reel rein muss und wie es gestaltet sein muss, um die Leute mit den Inhalten zu erreichen. Bei den AGs wie Theater, Kunst, Graffiti, Tanz, Kampfsport, Live-Musik und Musikproduktion wird das gemeinsame Ausleben von Kultur und Sport als organisierenden Faktor in den Mittelpunkt gestellt. Die gemeinsame Produktion von Inhalten stärkt den Zusammenhalt. Zugleich kann das Erlernte weitergegeben werden, etwa durch die Organisation von Musikabenden, die Gründung von Theater-, Kampfsport- oder Tanzgruppen vor Ort oder durch Beiträge zu lokalen Open-Airs und Festen in ganz Deutschland. Zudem kommt bei der Musikproduktions-AG immer mindestens ein Camp-Song bei raus, der bei den meisten Teilnehmern das ganze Jahr über hängen bleibt.

Die Gemeinschaft stärken

In der Freizeit wird die Gemeinschaft gestärkt und z.B. Sportturniere, Spiele und kulturelle Abendprogramme organisiert und durchgeführt, die ebenso in vielen Orten auch nach den Camps erfolgreich veranstaltet werden. Bei Wanderungen und Ausflügen wollen die Teilnehmer neben den gemeinschaftlichen Aspekten die Auseinandersetzung mit der Geschichte in den Vordergrund rücken. So haben sie z.B. die letzten Jahre in Wien viel über die Karl-Marx-Höfe erfahren und wollen dieses Jahr gemeinsam die KZ-Gedenkstätte Mauthausen besuchen. Durch das alles und durch die kollektive Gestaltung des Camps, also gemeinsames Kochen, Aufräumen und sich um den Platz und Camp-Ablauf kümmern, wird die Einheit gestärkt. In diesen 10 Tagen wird eine Welt gelebt, wie viele von uns sie sich ausmalen. Statt Ausbeutung, Krieg, Zerstörung und Spaltung ist es eine Welt von Solidarität, Gemeinschaft und Zusammenhalt.

Deshalb ist das internationale demokratische, antifaschistische und antiimperialistische Sommercamp ein Termin, den man nicht verpassen darf. Für die Teilnahme am Camp können sich alle bei den lokalen IJV und DIDF-Jugend Ortsgruppen melden oder sich unter https://jugendsommercamp.de/anmeldung/ anmelden. Wir sehen uns in Österreich am Attersee!

 

*Mitglied des Bundesvorstandes des Internationalen Jugendverbandes (IJV)

 

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