Nachfolgend veröffentlichen wir die Pressemitteilung des Bündnisses gegen Sozialkürzungen Frankfurt:
Zur heutigen Demonstration “Solidarität statt Sozialkürzungen” sind etwa 500 Menschen erschienen, darunter zahlreiche, die selbst von den Kürzungen betroffen sind (etwa aufgrund von Behinderung, Pflegeverantwortung, Armut oder psychischer Erkrankung).
“Die geplanten Kürzungen in der Kinder- und Jugendhilfe sind ein bundesweiter Frontalangriff! Ein Frontalangriff auf rund 8 Millionen Menschen mit Behinderung, rund 280.000 pflegebedürftige Kinder und Jugendliche mit Behinderung. Ein Frontalangriff auf Sorgeberechtige, Eltern, Geschwister, Verwandte, dem größten ehrenamtlichen Pflege- und Betreuungsdienst, dem schon jetzt im Alltag die Kräfte schwinden!” eröffnet Frauke Ackfeld vom Netzwerk Inklusion in Frankfurt.
Gabi vom Verband alleinerziehender Mütter und Väter kritisiert die geplanten Kürzungen für Alleinerziehende: “dabei zählen die seit Jahren zur am stärksten von Armut betroffenen Familienform! Und daran hat sich seit Jahren nichts geändert! 41% gelten als armutsgefährdet!”
Björn Schneider von der Lebenshilfe Frankfurt ist traurig und wütend über die Kürzungen: “Uns Menschen mit Behinderung wird oft nachgesagt wir seien eine Last für die Gesellschaft. Doch für mich, ist diese Regierung eine Last!”.
Andreas vom Cafe Prekarissimo spricht auch das Thema Gesundheit an: es bräuchte ein soziales Gesundheitssystem für alle, die Qualität der medizinischen Versorgung dürfe nicht am Geldbeutel hängen. “Der Sozialkahlschlag darf sich nicht weiter fortsetzen! Wehren wir uns gemeinsam”, ruft er auf.
Nach den Reden zieht der Demozug durch die Stadt. “Sozialabbau im ganzen Land! Unsre Antwort Widerstand!”, “bei der Rüstung sind sie fix, für die Bildung tun sie nix!” und “wir sind hier! Wir sind laut! Weil ihr uns Teilhabe klaut!” schallt durch die Straßen.
Wie es mit der neu zusammengefundenen Orga weitergeht ist noch offen. Wer sich einbringen oder vernetzen möchte kann sich bei keine-kuerzungen-ffm@riseup.net melden. “Lasst uns dafür sorgen, dass heute erst der Anfang war! Denn wir alle haben ein Recht auf Teilhabe, und wir werden nicht aufgeben bis wir die erkämpft haben!” fasst Johanna Sommer aus dem Orgateam zusammen.

