Im September 2024 hat die DHL Group unter den Namen „Strategie 2030“ ihre bisher größte Umstrukturierung angekündigt. Mit diesem Strategieplan will der Konzern mit weltweit mehr als 584.000 Beschäftigten in über 220 Ländern seinen Umsatz auf über 120 Milliarden steigern. Dieser Übergang könnte bereits ab diesem Jahr umgesetzt werden.
Aus der börsennotierten Deutschen Post AG soll die DHL AG werden. Aus dem bisherigen Bereich Post & Paket Deutschland soll nun die neue Deutsche Post AG entstehen. Somit soll die „neue“ Deutsche Post AG mit DHL Express, DHL Supply Chain, DHL Global Forwarding/Freight und DHL eCommerce ein hundertprozentiges Tochterunternehmen im DHL-Konzern werden, in der aber alle Divisionen eigenständig geführt werden sollen. Die ca. 155.000 Beschäftigten sollen per „Betriebsübergang“ in die neue Deutsche Post AG übergehen. Die neue Konzernstruktur/ der Übergang soll nach Beschluss der Hauptversammlung am 5. Mai in diesem Jahr umgesetzt werden.
Welche Konsequenzen wird dieser Übergang für die Beschäftigten haben?
Die geplanten Maßnahmen sollen nach Angaben des Konzernvorstands lediglich die komplexe Struktur des Konzerns vereinfachen. Jedoch muss unterstrichen werden, dass die aller meisten Beschäftigten keine klaren Informationen über diese Entwicklung haben, es sei denn sie haben sich damit explizit beschäftigt und recherchiert. Die wenigen Aushänge in den Betrieben werden kaum beachtet. Viele Beschäftigte fragen sich verständlicherweise, welche Auswirkungen dies konkret auf ihren Arbeitsbereich, ihre Arbeitsbedingungen und ihre berufliche Zukunft hat. Unberechtigt ist diese Sorge keinesfalls. Auf jede der bis dato sogenannten „Umstrukturierungen“ folgten Arbeitsplatzabbau, Verbreitung der Teilzeitverträge, Verdichtung der Arbeit, Ausgliederungen oder Fremdvergaben. Doch wie in den Veränderungen davor, verspricht die Post auch dieses Mal, dass „dieser Betriebsübergang“ für die Beschäftigten keine negativen Konsequenzen haben wird.
Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di begleitet sie diesen Prozess von Anfang an und habe dafür gesorgt, dass für die Beschäftigten die Arbeitsplätze, Aufgaben und Arbeitsverhältnisse unverändert bleiben würden. Das heißt, bisher bestehende Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen, betriebliche Regelungen und Mitbestimmungsstrukturen gelten unverändert weiter. Auch für Auszubildende, Dualstudierende und Beamte soll sich nichts ändern. ver.di erklärt: „Es besteht aktuell kein Handlungsbedarf. Die bestehenden Beschäftigungsbedingungen bleiben geschützt.“
Völlig außer Acht gelassen wird dabei, dass die Post schon vor dem Übergang vorgesorgt hat. Indem sie 8.000 Stellen abgebaut hat, hat sie gezeigt hat was noch folgen kann. Denn so sollten die Kosten um eine Milliarde Euro gesenkt werden. Außerdem gibt es genügend andere Beispiele, in denen Bereiche aus dem Mutterkonzern (DHL) ausgegliedert und an Externe verkauft werden. Auch das neue Postgesetz ermöglicht, dass andere Dienstleister für schlechtere Arbeitsbedingungen bestimmte Aufgaben der Post übernehmen. Oder der Mutterkonzern macht das selbst, in dem er Kleinunternehmen gründet und so die Arbeiter in verschiedenen Bereichen des gleichen Unternehmens gegeneinander ausspielt.
Die Erfahrungen belegen, dass die Post derartige Umstrukturierungen nicht macht, damit Beschäftigte bessere Arbeitsverhältnisse und sichere Arbeitsplätze erhalten. Wie weit sich ver.di für die Interessen der Beschäftigten eingesetzt hat, sei dahingestellt. Doch den Beschäftigten zu sagen, dass sie dem Übergang mit ihren Unterschriften zustimmen sollten, denn ansonsten könne man nichts für sie tun, ist zumindest bedenklich. Vorsicht ist immer besser als Nachsicht und bei der Post ist immer Vorsicht geboten.

