Am 8. Mai – am Tag der Befreiung vom Faschismus und Krieg – findet der 3. Schulstreik gegen die Wehrpflicht statt! Um die nächsten Schritte in der Vorbereitung festzulegen, fand die zweite bundesweite Schulstreikkonferenz vom 18.-19. April mit zahlreichen Streikkomitees und über 200 Teilnehmern in Göttingen statt.
Zu Beginn der Konferenz fand ein Podium zur Perspektive der Bewegung statt, an dem vier Vertreterinnen von verschiedenen Jugendorganisationen und Streikkomitees teilgenommen haben. Es wurde über die Wehrpflicht und die gesamte Militarisierung Deutschlands gesprochen und folgend auch über die Erfahrungen und nötigen nächsten Schritte, um die Bewegung weiter zu stärken und in die Breite zu ziehen.
Besonders ist daraus hervorgegangen, dass die Organisation und Arbeit der Streikkomitees an den Schulen verstärkt werden müssen. Alia aus dem Streikkomitee Hamburg und Teil des Internationalen Jugendverbandes sagte: „Die Schule ist der Ort, wo wir unseren Alltag verbringen und die gleichen Sorgen und Perspektiven mit unseren Mitschülern teilen. Die Schule ist unser Umfeld und die Basis, um die Bewegung zu verbreitern und neue Schüler zu erreichen. Wir wollen zusammen mit der Schülerschaft diskutieren, Aktionen planen und klar machen, dass wir keinen Krieg wollen. Um die Arbeit zu stärken, wollen wir uns mit den Schülervertretungen an unseren Schulen vernetzen, denn sie sind die Vertretung der Schülerschaft und können bei der Einberufung von Vollversammlungen entscheidend sein“.
Um eine wirklich breite Bewegung aufzubauen, müssen wir an den Lebensrealitäten unserer Mitschüler anknüpfen“. Dazu hat Kerem, der für die DIDF-Jugend auf dem Podium vertreten war und außerdem auch bei „Studis gegen Krieg“ aktiv ist, die Realität der migrantischen Jugendlichen betont.
Wehrpflicht und Militarisierung trifft uns alle!
Es wurde sich außerdem mit der vermeintlich „neutralen“ Haltung der Schulen beschäftigt. Tatsächlich soll die Jugend hier nur noch weiter auf den Krieg vorbereitet werden. Deshalb wurde diskutiert, wie wichtig es ist, den Rückhalt der Mitschüler zu haben und erfolgreiche Aktionen gegen Bundeswehrbesuche zu machen. Denn die Teilnehmenden machten deutlich: sie wollen keine Jugendoffiziere in den Klassenzimmern, die ihnen weismachen wollen, sie hätten was an ihrem Krieg zu gewinnen.
Als Fazit wurde gezogen, dass die Wehrpflicht und die gesamte Militarisierung alle Jugendlichen betrifft und sie sich in der Arbeit mit Gewerkschaften und Bündnissen vernetzen müssen. Weiterhin müsse man gemeinsam mit Berufsschülern, Studierenden, Azubis und Arbeitern auf die Straße gehen, um aufzuzeigen, wie die unterschiedlichen Auswirkungen der geführten Politik unmittelbar miteinander zusammenhängen und deshalb auch die Kämpfe dagegen verknüpft miteinander geführt werden müssen.
Wie geht es weiter?
Um gestärkt und einheitlich in die Vorbereitungsphase zum kommenden Streik am 8. Mai zu starten, wurden auf der Konferenz die nächsten Schritte ausführlich diskutiert. Die Diskussion wurde anhand eines Entwurfs geführt, alle Aktiven in Schulstreikkomitees hatten die Möglichkeit im Vorhinein Anträge für Veränderungen zu stellen, sodass bei der Konferenz Antrag für Antrag diskutiert und demokratisch abgestimmt werden konnte. Diskutiert wurde das Motto und welche Schritte aktuell notwendig sind, um als Bewegung weiterhin zu wachsen und langfristig bestehen zu bleiben.
Es wurde hervorgehoben, dass die praktische Arbeit innerhalb der Schulen der Boden der Schulstreikbewegung ist. Nur wenn in den Schulen mit den eigenen Klassenkameraden diskutiert, Flyer verteilt und mit der Schülervertretung gearbeitet werde, wird eine starke Teilnahme am Streik abgesichert werden können. Ein weiteres Mittel dafür sind Vollversammlungen, die von der SV ausgerufen werden können.
Die Arbeit an den Schulen hört aber nicht bei der Bewerbung des Streiks auf, sondern reicht weit darüber hinaus. Deshalb soll es Informationsveranstaltungen zur Kriegsdienstverweigerung in den Schulen organisiert werden. Auch gegen die Präsenz von Jugendoffizieren an den Schulen werden Störaktionen geplant, die unterschiedlich aussehen können, von Aufklärung bis Gegenveranstaltung.
Die Schülerbewegung sieht sich als Teil der Friedensbewegung! Aus diesem Grund wurde sowohl der Streik auf dem 81. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus gelegt, als auch das Motto „Nein zur Wehrpflicht – Nie wieder Krieg!“ festgelegt. Um die Friedensbewegung zu stärken, wird die Schulstreikbewegung sowohl an den Aktionen zum Antikriegstag am 1. September sowie bundesweit zur der Friedensdemonstration am 3. Oktober in Berlin aufrufen und sich daran beteiligen. Außerdem wird der Veteranentag am 16. Juni zum Anlass genommen, um eine Aktionswoche gegen diesen neu eingeführten Tag zu veranstalten.
Mit Tatendrang in die Zukunft!
Nach einigen Stunden ertragreicher Diskussion konnte das bundesweite Nächste-Schritte-Papier des Schulstreikkomitees mit eindeutiger Mehrheit beschlossen werden!
Auf Grundlage dieser inhaltlichen Auseinandersetzung konnte am Sonntag die regionale Vernetzung der Streikkomitees stattfinden. Dort wurden konkrete Erfahrungen, Tipps und Tricks ausgetauscht. Als kämpferisches Ende dieses gemeinsamen Wochenende zogen die Jugendlichen mit einer Demonstration durch die Göttinger Innenstadt. Die Vorbereitungen für den Streik sind in vollem Gange.

