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Berliner Jugend gegen Rassismus und Krieg: 4000 beim Open Air am Samstag

Am 6.6. feierten über 4000 Jugendliche das Open Air “gegen Rassismus und Krieg” am Mariannenplatz – das erste Mal, dass der IJV und die DIDFJugend so ein Event in Berlin organisierten: Ein voller Erfolg!

 

Hannah Schmitt 

 

Seit Wochen planten wir die Acts, die Logistik, die Stände, Unterstützer, das Programm, die Finanzen, die Mobilisierung, die Technik und die Sicherheit, sodass wir mit großer Unterstützung der DIDF und des GKB ein unabhängiges und kostenloses Open Air mit vielen Angeboten und krassen Acts auf die Beine stellen konnten. 

In Zeiten von Kriegen, gesellschaftlicher Spaltung, steigenden Preisen und Kürzungen, die auch die Kulturbranche treffen, war das Festival ein wichtiges Zeichen. Statt teurer Eintrittspreise und kommerzieller Interessen entstand ein Raum für Solidarität, Jugendkultur und für gemeinsames Engagement gegen Krieg und Rassismus.

Bei sommerlichen 25 Grad und leichter Brise startete das Open Air um 15 Uhr mit einer starken Moderation, die das Publikum durch den gesamten Tag begleitete. Den musikalischen Auftakt machte das Berliner Rap-Duo shiva.berlin. Bei ihrem ersten richtigen Auftritt auf einer Bühne schafften sie es, die Menge direkt mitzureißen und auf den weiteren Tag einzustimmen.

Im Laufe des Nachmittags und Abends folgten zahlreiche weitere Künstlerinnen und Künstler sowie politische Beiträge. Auf der Bühne standen unter anderem Yaro_0 – ebenfalls ein junger berliner Musiker der noch in den Startlöchern steht -, die ver.di-Jugend mit einer starken Rede begleitet von einem ersten kurzen Auftritt von Gordian mit seinem kürzlich releasten ver.di-Track “Hallo Deutschland”. Skuff Barby und Maxi Zee haben die Crowd ordentlich eingeheizt und emi x, Termo zusammen mit Kostja, MVIK und Toonicy waren eine abwechslungsreiche Mischung aus richtig guten Newcommern Berlins. BRKN und PTK haben zum Schluss den Mariannenplatz dann noch bis zum letzten Rest gefüllt. Und für ganz besondere Begeisterung sorgte eine Tanzcrew der Flying Steps.

Aber auch abseits der Bühne war einiges geboten. Salate, Köfte, Gözleme, kühle Getränke, Eis und Slush sorgten für die nötige Stärkung und Erfrischung. An den Infoständen konnten sich Besucherinnen und Besucher über kommende Aktivitäten informieren, T-Shirts kaufen, die Vereine besser kennenlernen und auch ganz einfach Teil davon werden. Besonders viel wurde über das anstehende Sommercamp gegen Krieg und Faschismus vom 31. Juli bis zum 9. August vom IJV und der DIDFJugend sowie über das Kölner Festival für Zusammenhalt und Solidarität am 13. Juni, das von DIDF und DIDF-Jugend organisiert wird, gesprochen.

Zwischen den musikalischen Beiträgen wurden viele politische Reden gehalten. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Organisationen griffen aktuelle Fragen auf und machten deutlich, warum der Kampf gegen Krieg, Aufrüstung und Rassismus heute so wichtig ist. Schüler der Schulstreik-Orga thematisierten die Debatte um die Wehrpflicht und die zunehmende Militarisierung. Die ver.di Jugend sprach über die Auswirkungen von Aufrüstung und Kürzungspolitik auf Beschäftigte und Jugendliche. Der GKB-Migrantinnenbund machte auf die besonderen Herausforderungen aufmerksam, denen Migrantinnen durch Rassismus und soziale Ungleichheit ausgesetzt sind.

Die DIDF-Jugend stellte den Zusammenhang von Aufrüstung, Sozialabbau und Rassismus in den Mittelpunkt ihres Beitrags. Während Milliarden für Waffen ausgegeben werden, fehlen Mittel für Bildung, Kultur und soziale Angebote. Gleichzeitig wird versucht, gesellschaftliche Probleme auf Migranten abzuwälzen und Menschen gegeneinander auszuspielen. 

Der Internationale Jugendverband betonte schließlich die Bedeutung des gemeinsamen Kampfes gegen Krieg und für internationale Solidarität statt Spaltung.

Auf der Bühne wurde der politische Anspruch des Festivals auch musikalisch sichtbar. Die Künstlerinnen und Künstler sorgten für eine kämpferische und ausgelassene Atmosphäre. Sie schafften immer wieder direkte Interaktion mit dem Publikum, wobei deutlich wurde, wie viele Jugendliche in Berlin bereit für politische Kultur und eigene politische Aktivität sind. 

Den Abschluss des Festivals übernahm PTK. Mit einer starken Performance und einer begeisterten Crowd setzte er den Schlusspunkt unter einen erfolgreichen Tag. Noch lange nach den letzten Songs waren die Rufe und Sprechchöre des Publikums zu hören.

Das erste Berliner Open Air von IJV und DIDF-Jugend setzte ein deutliches Zeichen. Tausende Jugendliche kamen zusammen, um Kultur, Solidarität und politischen Austausch miteinander zu verbinden. Die große Beteiligung an den Infoständen und die positive Resonanz den Acts und Reden gegenüber zeigten, dass das Bedürfnis nach gemeinsamer Organisierung und unabhängigen, bezahlbaren kulturellen Räumen groß ist. Das Festival machte deutlich: Die Jugend lässt sich nicht spalten. Sie organisiert sich gegen Krieg und Rassismus und für eine solidarische Zukunft.

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