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Streikkonferenz: Gemeinsam für erfolgreiche gewerkschaftliche Kämpfe!

Mahir Şahin / Bochum

Die Streikkonferenz der Rosa Luxemburg Stiftung wurde diesmal am Wochenende vom 12. bis 14. Mai in Bochum durchgeführt. Das Interesse war groß, so kamen über 1500 aktive Gewerkschafter:innen unter dem Motto: „Gemeinsam in die Offensive“ zusammen. Es gab Arbeitsgruppen, Vorträge und etliche Infostände von Organisationen der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung. Insgesamt gab es 56 Veranstaltungen mit 170 Referent:innen. Es ging u.a. um Themen, wie gewerkschaftliche Kampfformen und Erneuerung. Unterstützt wurde die Konferenz auch von Gewerkschaften.

Positiv kann man festhalten, dass viele junge Gewerkschafter:innen an der Konferenz teilgenommen haben. Trotz der Teilnahme von  Delegationen von Beschäftigten, wie z.B. Lieferando, Galeria Kaufhof und Amazon, die wiederum große Solidarität und Sympathie seitens der Teilnehmenden bekamen, war gerade die Zahl der migrantischen Beschäftigten und insgesamt die Zahl von Arbeiter:innen eher gering, was man sicherlich für die nächste Konferenz ins Auge fassen sollte. Den Großteil der Teilnehmenden machten Aktivist:innen und Gewerkschaftsaktive und Hauptamtliche aus den Gewerkschaften aus. Nichtsdestotrotz war es eine gelungene Konferenz, bei der sich viele Gewerkschafter:innen auch untereinander vernetzen und bei der man sich auch über erfolgreiche betriebliche Kämpfe informieren konnte. Aus den gewerkschaftlichen Kämpfen lernen, diese erweitern und die Kämpfe verbinden ist die Devise!


Statements von der Streikkonferenz:

Anuschka von „Notruf NRW“ (ver.di-Kampagne der Beschäftigten der sechs Universitätskliniken in NRW):

„Ich bin aktiv bei Notruf NRW gewesen, das war letztes Jahr ein großer Streik im Gesundheitswesen. Heute bin ich auf der Konferenz, weil ich bereit bin, Gewerkschaft neu zu denken. Wir haben in den 11 Wochen gelernt, was es heißen kann, gewerkschaftlich aktiv zu sein. Nämlich Partizipation, Mitbestimmung, alle Kolleg:innen mit an Bord zu holen und vor allen Dingen endlich selbst zu entscheiden, wie Arbeitsbedingungen aussehen sollen. Das mit der Gewerkschaft im Rücken und die Gewerkschaft haben wir neu gedacht.“

Anja von Galeria Kaufhof Gelsenkirchen:

„Wir schließen unser Haus zum 30.06. Ich war 30 Jahre im Unternehmen. Meine Kolleg:innen und ich waren heute auf der Konferenz, weil wir unsere Solidarität den Gewerkschaften bekunden wollen und den Kolleg:innen zur Seite stehen wollen, die sich im Moment im Arbeitskampf befinden. Für uns hat dieser Arbeitskampf leider keine großen Auswirkungen mehr, weil wir aus dieser Gemeinschaft zum 1.07. austreten müssen. Es waren absolute Managementfehler, die zum Scheitern unseres Hauses geführt haben. Auf 17.000 qm Verkaufsfläche waren es am Ende noch 20 Kolleg:innen, die diesen Betrieb aufrechterhalten haben. Ich hoffe, dass man dem Einzelhandel mehr Stärke und Gesicht gibt, weil ich glaube, dass die Kolleg:innen da untergehen. Wir sind Teil der Gesellschaft, wir sind Frauen, wir sind Menschen, die zuhause ihre Kinder erziehen und pflegen. Wir werden die meiste Zeit übergangen.“

Marvin von der TVStud-Bewegung:

„Wir verbinden viel mit der Streikkonferenz. 2019 bei der Streikkonferenz in Braunschweig hat eine Arbeitsgruppe stattgefunden, wo die Kolleg:innen von TVStud-Berlin von ihrem Arbeitskampf 2018 berichtet haben. Es gibt eine bundesweite Vernetzungsgruppe, die damals entstanden ist. Am Anfang haben sich 10 Leute über Telegram zusammengefunden, heute sind wir über 1000. Auf der Streikkonferenz sind über 80 TV-Stud Aktive aus ganz Deutschland. Wir nutzen diese Konferenz, um von anderen Kämpfen und deren Erfahrung zu lernen. Wir nutzen es auch, um uns auszutauschen. Unser Ziel ist es, bis zum Ende des Sommersemesters so viele Eins-zu-Eins-Gespräche zu führen mit den Kolleg:innen und einen Streik im Herbst diesen Jahres vorzubereiten.“

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