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Der Protest um den Akbelen-Wald

Die Umweltaktivistin Esra Işık steht im Zentrum der Proteste rund um den Akbelen-Wald in der türkischen Provinz Muğla. Dort eskaliert seit längerer Zeit der Konflikt zwischen Bewohnern und Umweltgruppen und dem Energiekonzern Limak Holding, der die Erweiterung eines Kohletagebaus plant. Im Gebiet rund um den Akbelen-Wald sollen im Rahmen einer sogenannten „dringlichen Enteignung“ landwirtschaftliche Flächen mehrerer Dörfer für den Bergbau genutzt werden. Diese Maßnahmen stoßen bei der lokalen Bevölkerung auf erheblichen Widerstand, da sie massive Eingriffe in Natur, Lebensraum und traditionelle Landwirtschaft befürchtet. Gegen die Enteignungsbeschlüsse laufen derzeit mehrere juristische Verfahren, unter anderem vor dem türkischen Staatsrat (Danıştay) sowie vor dem Verfassungsgericht.

Umweltaktivistin Esra Isik festgenommen

Im Zuge eines Protests gegen eine gerichtliche Vor-Ort-Besichtigung wurde Esra Işık festgenommen. Die Behörden werfen ihr unter anderem „Widerstand gegen Amtshandlungen“ und „Beleidigung“ vor. Ein Gericht ordnete anschließend Untersuchungshaft an. Nach ihrer Inhaftierung wurde Işık aus dem Gefängnis in der Region Muğla in die etwa 300 Kilometer entfernte Haftanstalt in İzmir Şakran verlegt. Aus dem Gefängnis ließ Esra Işık eine Nachricht übermitteln, in der sie die Bevölkerung dazu aufruft, den Widerstand in Akbelen fortzusetzen. Sie betont, dass die Anwohner seit Jahren gegen rechtswidrige Eingriffe in ihre Lebensgrundlagen kämpfen und fordert Unterstützung für die Region. Der Streit um den Akbelen-Wald hat sich damit zu einem landesweit beachteten Symbol für Umwelt- und Landrechtsproteste entwickelt.

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