Written by 21:41 DEUTSCH, TÜRKEI

Türkei: Gekämpft und gewonnen- Die Bergarbeiter von Doruk!

Mahir Şahin

Der Kampf der Bergarbeiter um ihre seit Monaten ausstehenden Löhne endete mit einem Erfolg. Es wurde eine endgültige Einigung darüber erzielt, dass die ausstehenden Löhne und Abfindungen der Arbeiter ausgezahlt werden. Die dem unabhängigen Gewerkschaftsverband Bağımsız Maden-İş angehörenden Bergleute hatten beschlossen, ihre Aktionen fortzusetzen, nachdem das Versprechen von Innenminister Mustafa Çiftçi, die Zahlungen zu leisten, nicht eingehalten worden war.

Nach ihrem Sieg fanden im Kurtuluş-Park (Ankara) eine Pressekonferenz und anschließend Feierlichkeiten statt.

Represionen konnten sie nicht aufhalten!

Sie wurden bedroht, es gab etliche gewaltsame Polizeiübergriffe, sie wurden verhaftet, zuletzt führten sie einen 9-tägigen Hungerstreik durch. Zuletzt wurden sie im Kurtuluş Park eingekesselt, sie waren Gasangriffen der Polizei ausgesetzt, aber nichts konnte sie stoppen. Durch ihre Einheit, ihren organisierten Widerstand und der großen Solidarität aus der Bevölkerung haben sie letztlich gewonnen.

Nach einem Treffen zwischen Behördenvertretern und Gewerkschaftsvertretern kam die erhoffte Nachricht: Es wurde eine endgültige Einigung darüber erzielt, dass die ausstehenden Löhne und Abfindungen der Arbeiter ausgezahlt werden.

Erklärung des Innenministeriums

In einer Erklärung, die nach der Sitzung im Innenministerium abgegeben wurde, hieß es: „Die Arbeiter haben erklärt, dass sie die Aktion nach einer Einigung mit dem Arbeitgeber beendet haben.“

Nachdem der Widerstand zu einem Erfolg geführt hatte, fand im Kurtuluş-Park eine Pressekonferenz statt, bei der der Erfolg gefeiert wurde.

Başaran Aksu, Organisationsbeauftragter der Unabhängigen Bergarbeitergewerkschaft, hielt hier eine Rede und gratulierte den Arbeitern. Aksu sagte: „Sie haben Propaganda betrieben und Drohungen ausgestoßen, um die Arbeiter von uns fernzuhalten – ob ‚Verräter‘, ‚gefährlich‘, ‚aggressiv‘ oder ‚Terrorist‘, was auch immer euch einfällt. Wir haben jeden Widerstand durch die Solidarität des Volkes gewonnen und so war es auch bei diesem Widerstand. Als Bergleute verneigen wir uns vor unserem Volk“, sagte er.

Aksu betonte zudem, dass dieser Widerstand eine politische Botschaft sei, und erklärte: „In einer Türkei, in der Konzerne und internationale Monopole Arbeiter bei Arbeitsunfällen töten, in der die Bevölkerung zur Verarmung verdammt und in die Hoffnungslosigkeit getrieben wird, gibt es nur einen Gewinner: die Machthaber! Sie agieren hier Hand in Hand mit den Konzernen und internationalen Monopolen. Darum geht es beim Aufstand der Bergleute. Diese Konzerne wollen, dass wir vor ihren CEOs betteln und auf die Knie fallen. Doch dieses Volk lässt sich von ihnen nichts gefallen. Dieses Volk zeigt ihnen ihre Grenzen und ihr Maß, und das wird es auch weiterhin tun. Wir fordern hiermit die sofortige Freilassung von Mehmet Türkmen, der in Antep verhaftet wurde, weil er sich für die Rechte der Textilarbeiter eingesetzt hat. Wir fordern hiermit die sofortige Freilassung von Esra Işık, die in Akbelen gegen die Besetzung von Grundstücken mit Eigentumsurkunden kämpft und verhaftet wurde. Wir fordern die unverzügliche Freilassung der inhaftierten Journalisten sowie der Anwälte im Soma-Prozess, Can Atalay und Selçuk Kozağaçlı“, sagte er.

 

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